Freitag, 9. November 2018

Wider die Entchristlichung, aber auch die Instrumentalisierung des Christentums zu politischen Zwecken

Die heutige Zeit lässt Politiker aus (ehemals) antiklerikalen Parteien bzw. freisinnigen Bewegungen  und nicht selten die vielgescholtenen Rechtspopulisten mitunter mit dem Kreuz voran marschieren, lässt sie "So wahr mir Gott helfe" oder "Liebe deinen Nächsten" plakatieren.
Dies könnte doch positiv sein, oder?
Doch wie weit es mit der christlichen Gesinnung wirklich her? Und vor allem: Haben wir es hier mit dem wahren Christentum zu tun?

Heute reden viele davon, wie sie sich um die alten Werte sorgen, um die christlichen Traditionen, verteidigen als Katholiken das (evangelische) Christkind und viel Unreflektiertes mehr. Und hierin steckt bereits der Kern des Anstoßes: Tradition. Die einen verabscheuen alles Traditionelle, die anderen alles, was ihrer Tradition zuwiderläuft. Mir missfällt es, das Göttliche zu etwas zu degradieren, das einen bloß an den sonntäglichen Kaffee mit Kuchen erinnert.

Sie halten es für Tradition, dass man Weihnachten feiert, dass man zur Speisensegnung geht, dass man sein Kind taufen lässt, dass man kirchlich heiratet. Und manche Partei nützt diese Strömung auch für politische Zwecke (nicht zuletzt in einem Differenzierungsprozess: Worin unterscheiden wir uns von "denen"?). Clever, aber substanzlos. 

Das Christentum, alles, was uns der Erlöser gelehrt hat, ist mehr als Tradition und Folklore. Jesus sagte nicht, dass er uns Tradition oder Brauchtum bringt, nein, er brachte uns die Wahrheit!
Und damit stellte er sich letztlich auch gegen das Althergebrachte seiner Zeit! "Ihr habt gehört [...], ich aber sage euch [...]", mit diesen Worten versetzte er die Traditionalisten in mordlüsterne Unruhe. Mit der Inkarnation ("Et verbum carum factum", Und das Wort ist Fleisch geworden) schloss Gott den neuen Bund mit allen, die jenseits aller Abstammung und Vergangenheit an ihn glauben und den Weg mit ihm gehen wollen. 

Worte, die die Wahrheit in sich tragen.
Vielleicht ein Lesetipp für dich!

Wer aus Tradition glaubt, dem mangelt es nicht selten an Glauben, es ist ein "weil die anderen es tun" oder"sicherheitshalber tu ich es". Der Gang über das Wasser und das Versetzen der Berge wird so nicht gelingen, und dieser schwache Glaube mündet nicht selten in Enttäuschung ("Ich habe doch gebetet ..."). 

Das Gute ist: Das Christentum fußt auf derartig fester Substanz, dass eine Reflexion, sofern tiefgründig genug, so gut zu ihm führen kann wie die erlebte Gottesnähe, die es einem fraglos leichter macht. 

Wenn du selbst noch nicht weißt, wie weit du bist: Beginne an einer Station wie dem Johannes-Evangelium, um dich auf den Weg zu Gott zu machen. Schritt für Schritt – mit ihm.


Sonntag, 4. November 2018

Rechtskatholisch ist rechtens katholisch – Confessio

Rechtskatholisch sei ein Kampfbegriff, der ausschließlich von außen zur Denunziation auf gewisse Personen/Internetseiten etc. angewendet werde. So las ich auf einer Seite, die man wohl auch als rechtskatholisch einstufen würde. Sich selbst sah man dort einfach nur als katholisch, was man vertrete, sei eben die Lehre der katholischen Kirche. Gut, soweit plausibel.

Doch wenn offizielle Kirchenvertreter bis hin zum Papst die Lehre der katholischen Kirche biegen (und zwar in der Regel nach links), dass man es bersten hören kann, wird es Zeit, sich von der bloßen Bezeichnung katholisch zu lösen, um klarzustellen, wofür man wirklich eintritt. Wenn katholisch meint, jener Seite zuzuneigen, die stets das Fremde über das Eigene stellt, die stets Christus hintanstellt, die bereit ist, alles zu relativieren, um den Angriffen des Feindes auszuweichen, dann stelle ich mich mit dem Bekenntnis hin, das mir auch gerne weitere Angriffe und Denunziationen einbringen soll: Ich bin rechtskatholisch – und das ist gut so!

Prüfung um Prüfung kommt über die Christenheit. 
"Die Presse" berichtet: Der Oberhirte ruft die Wölfe.
Wenn der Papst wieder einmal als geistiger Brandstifter auftritt, so sei es mir als Katholik verziehen, denn er neigt nach links, während ich rechtens katholisch/rechtskatholisch bin. 

Das umstrittene UN-Migrationsabkommen, das die österreichische Bundesregierung unter der Führung von Kurz und Strache dankenswerterweise abgelehnt hat, deckt sich für den Papst mit den Forderungen der Kirche. 
Mich befällt der Verdacht, das könnte wieder einmal so manchen Gläubigen der Kirche entfremden. 

Und mich überkommt der Wunsch, dass sich Bergoglio zu Ratzinger gesellt: als weiterer zurückgetretener Papst. 

Samstag, 3. November 2018

Wenn der Priester zum Politiker wird, während geistig Hungernden der Magen knurrt

Allerheiligen/Allerseelen war vermutlich für viele von uns eine Gelegenheit, den Friedhof aufzusuchen und unserer Toten zu gedenken. Selbst in meiner Zeit als Atheist war das für mich selbstverständlich, sozusagen eine Frage der Ehre.

Heuer stand ich nach fast 20 Jahren nicht nur als gläubiger Christ, sondern wieder als Katholik dort. Und es fällt einem an Tagen wie diesen schwer, nicht zu sagen: Not my Church!

Aber die Kirche ist mehr als der derzeitige Ungeist, der die alten Gemäuer erst richtig zum Müffeln bringt, und der Zeitgeist, der die Gehirne auch der Geweihten umnebelt. Allerheiligen brachte uns so eine knapp 15-minütige Rede, wie furchtbar gefährlich jene seien, die "alte Antworten" von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus geben würden (offenbar eh auch alles dasselbe ...). Und wir müssten offen sein für die Flüchtlinge, müssten nein zur Hetze sagen. 
Man soll in Vorkommnisse nicht voreilig zu viel
hineininterpretieren, aber ... :-D
Wir sprachen erst kürzlich hier davon, wie heikel und zugleich beliebig es ist, wenn "die Kirche" politisch wird.  Und so wurden wir nun belehrt, welch Unmenschen wir seien, wenn wir die Wölfe nicht auf die Schafsherde losgehen lassen wollten, sondern lieber für den Schutz unserer Mitchristen eintreten. Wie ein Wink Gottes (so wurde es kommentiert von einem Anwesenden) schien es, dass nach wenigen Minuten das Mikrofon kaputt wurde und der Priester am weitläufigen Friedhof kaum noch zu vernehmen war. 
Und tatsächlich: Wie oft wird ein Mikrofon kaputt? ;-)

Von Gott war für meinen Geschmack wenig zu vernehmen, von der Auferstehung so gut wie gar nichts. Zugegeben, es handelte sich um ein Gedenkjahr (1918, 1938), doch war es vielen der anwesenden Gläubigen ein Gräuel, was sich geistlich abgespielt hat. Und das wiegt in diesem Fall doppelt schwer, wo dieser Priester an sich ein Mensch ist, der andere Kraft seiner Freundlichkeit durchaus für sich einnehmen kann. Ein Mann, der dazu fähig wäre, zu begeistern, der dank seines Alters noch viel Zeit hätte, Größeres in seiner Gemeinde in die Wege zu leiten. Bislang bleibt dieser Vorteil ungenützt, private Gespräche ließen bislang auch keine baldige Besserung erwarten. Jedoch wissen wir: Der Geist Gottes weht, wo er will.  

Irgendwann sollte die Kirche einsehen, dass es nicht nur äußere Umstände sind, die die Menschen dazu bringen, sich von ihr abzuwenden. Von Sinnkrisen gebeutelte, bei vollen Geldbörsen geistig leere Menschen wären bereit, sich abholen zu lassen. 
Doch sie werden nicht einmal gerufen.


Freitag, 26. Oktober 2018

Betet ohne Unterlass! – aber vor allem in tiefstem Glauben

14 Wir ermahnen euch aber: Weist die Nachlässigen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig mit jedermann. 
15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann. 
16 Seid allezeit fröhlich, 
17 betet ohne Unterlass, 
18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thess 5,1418)

So ermahnt Paulus in seinem 1. Thessalonicher-Brief die Gemeinde. Das meiste dieser Zeilen stellt sozusagen eine knappe Hilfestellung für das christliche Leben dar. Doch "Seid allezeit fröhlich!", hapert es hieran nicht vielen Christen? Schauen viele nicht allzu verzwickt drein, als hätten sie das Kreuz noch selbst zu tragen? Und dann gibt es jene Jesus-Anhäger, nicht selten aus dem charismatischen Bereich, bei denen das Dauergrinsen und die angestrengte/anstrengende Fröhlichkeit eher an den Konsum verbotener Substanzen als an das Inhalieren von Weihrauch denken lässt. 

Doch wer, wenn nicht ein überzeugter Christ, sollte Grund haben, fröhlich zu sein? 
Das Wissen um die Gotteskindschaft, der erhoffte Lohn, den man sich dank der großen Gnade erwarten darf, auch der Zusammenhalt von Christen bzw. der Einsatz von Christen auf irdischen Gefilden muss einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Vielleicht ist es ein Gedanke, der uns künftig mit dem Bewusstsein, dem Messias vertrauen zu dürfen, häufiger kommen sollte:

Ich bin Christ. Und dieses Bewusstsein lässt mich glücklich sein und lächeln.

Betet ohne Unterlass scheint eine übertriebene Forderung zu sein. Immerfort zu beten  das schaffen gerade einmal gewisse Gebetshäuser mit vereinten Kräften. Für mich bedeuten diese Worte, mich nie auf Dauer vom Gebet zu verabschieden. Viele Menschen greifen hoffend zu der Macht des Gebetes, wenn es ihnen schlecht geht, wenn Unheil droht. Ein Dankesgebet oder ein Gebet "einfach so" geht sich dann allerdings seltener aus. Wie kommt das?

Natürlich.
Ist es ein Mangel an Glaube? Dass man sozusagen betet, weil es ja nicht schaden kann, aber eigentlich so etwas wie ein letzter Funken Hoffnung ist – wie der Besuch bei obskuren Heilpraktikern? 
Und hat sich "zufällig" alles in Wohlgefallen aufgelöst  wer braucht dann noch Gott, wenn er doch seinen erfüllenden Job, seine erneuerte Gesundheit, seine Familie und jede Menge angekündigter Veranstaltungen um sich und vor sich hat? 
Wenn du glaubst, dann hör auf dein Gefühl, dass dir sagt, du sollst mit dem Vater im Himmel sprechen!

Die Macht des Gebetes ist groß. Nicht jedes meiner Gebete wurde in meiner Intention erhört. Mitunter fragte ich mich, weswegen mein Anliegen nicht erfüllt worden ist. Doch oft stellte sich mit zeitlichem Abstand heraus, dass die Nichterfüllung offenbar der bessere Weg war. Dass der Glaube Berge versetzen kann, ist uns sprichwörtlich klar. Dass ein Gebet Dinge bewirkt, die keine Erklärung zulassen, lässt den Christenmenschen dann wieder fröhlich vor sich hinschmunzeln.
Du kennst solche und ähnliche Erlebnisse selbst? Wenn ein Gebet dazu führt, dass klinische Abteilungen auf den aktuellen gesundheitlichen Befund nur mit gerunzelter Stirn reagieren, dann weißt du: Hier herrscht nicht der Zufall.



Bissl mehr geht immer?
Und wenn du noch einen Ansporn brauchst, dann höre dir doch das verlinkte Lied an. 
"Ich will dich preisen, Herr, viel mehr als bisher!". Wenn das einmal kein Vorsatz ist!


Dienstag, 23. Oktober 2018

Messbesuche zum Kopf-/Händeschütteln

Als viel zu nachlässiger Kirchgänger ergab es sich am vergangenen Wochenende, dass ich die Sonntagsmesse doppelt besucht habe (Vorabend + Sonntag). Die eine Messe feierte ich in einer Landgemeinde, die andere in einer Landeshauptstadt. Dort wie da ein Bild, das nachdenklich stimmte.

Die Landgemeinde tat sich in besonderer Weise in der Selbstdarstellung kirchlich engagierter Brüder und Schwestern hervor. Rund um den Volksaltar tummelten sich neben dem Priester und der Ministrantin 3 weitere Personen: der Messner, der während des Gottesdienstes auf seine Aufgabe, mit dem Opferstock seine Kreise zu ziehen, beschränkt blieb. Dazu eine Dame, die die Fürbitten und die Lesung darbrachte, dazu aber gleich mit einem Sessel neben dem Altar sitzen blieb. Da es dem Priester krankheitsbedingt schwer fällt, längere Zeit zu stehen, wurde die Hostie von einer weiteren Dame ausgeteilt. So weit, so suboptimal. Letztere Dame tat sich besonders unsympathisch hervor, fuchtelte wirsch in Richtung der Ministrantin, diese mögen angetanzt kommen, die Kommunion zu empfangen, während die Dame mit dem Leib Christi in Händen rund um den Altar tänzelte, um sie dem überbordenden Messpersonal zu bringen.

Wir erhoben uns aus der Bank, um uns für die Heilige Kommunion anzustellen. Am Weg dorthin entspann sich ein kurzer Dialog zwischen meiner Frau und mir bzgl. der Mundkommunion aus ungeweihten Händen. Ich wollte jedoch die Hostie nicht auch noch zusätzlich angreifen und meinem Glauben entsprechend den Leib Christi in den Mund gelegt bekommen. Die Dame zeigte sich darüber bass erstaunt, offenbar sind die Mundkommunionsempfänger weitgehend ausgestorben. So stockte sie, als ich meine Hände gefaltet behielt, bis sie mir letztlich doch zu früh die Kommunion spendete und ich sozusagen mit vollem Mund mein Amen murmeln musste.

Dass die Wandlungsworte "falsch" gesprochen werden ("für alle ..."), ist man leider schon gewohnt. Es sollte gerade an diesem Sonntag für so manchen augenscheinlich gewesen sein aufgrund der Lesung (Jesaja, "Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; ..."). Dass das Gotteslob gut versteckt am Rande der Bank postiert wird, anstatt es gut sichtbar zu verteilen, tat sein Übriges. 

Die Orgel spielte am Ende der Messe noch, als die Kommunionsspenderin schon von Bank zu Bank eilte, um Bekannte zu begrüßen. Das übertraf den unseligen "Friedensgruß" unmittelbar vor der Wandlung noch einmal. Ein insgesamt unwürdiges Schauspiel, auch wenn der Priester schön predigte und sein Einsatz trotz schwerer Krankheit löblich ist.

Tags darauf der direkte Vergleich in der Stadt. Direkt vor der 3. Messe am Sonntag gab es ein Konzert im Dom, sodass etliche Kirchgänger fragend durch das Gotteshaus stolperten, weil die Aufräumarbeiten noch im Gange waren. Die Messe wurde in einer Kapelle gefeiert, die leider zu klein war, sodass einige Gläubige stehen mussten und das Gedränge bei der Kommunion groß. Der Priester genoss die Selbstdarstellung, predigte aber bemüht. Die leider in einem liturgischen Gewand, das keine christliche Symbolik aufwies, sondern an ein modernes Kunstwerk erinnerte. Am Ende verabschiedete er sich mit Handschlag von jedem einzelnen Besucher, was durchaus positiv zu bewerten ist. 
Das Problem vor und bei der Wandlung bestand auch hier: Unmittelbar davor werden die Gläubigen aus der Andacht gerissen, drehen und wenden sich in alle Richtungen, beugen sich weit und weit über Kirchenbänke, ja, sie laufen sogar kreuz und quer, um einander den Frieden zu wünschen – was für mich so zu einem Showelement verkommt. Ein Schaden für die Betenden, noch dazu unmittelbar vor dem Herzstück der Messe  der Wandlung.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Friedensgruß, der auch für die Urchristen bezeugt ist. Doch alles zu seiner Zeit! Papst Benedikt XVI. ordnete 2005 an, die (Un-)Sitte des Händereichens zu überprüfen, vor allem die Ausartung und den Zeitpunkt. Das Ergebnis wurde unter Franziskus vorgelegt: Es bleibt wie gehabt. Eine Änderung zu späterem Zeitpunkt wurde aber nicht ausgeschlossenen.

Winterzeit ist Grippezeit: Nicht nur nach dem
Friedensgruß ist baldiges Händewaschen empfehlenswert!
Papst Benedikt hätte sich den Friedensgruß unmittelbar vor dem Gabengang vorstellen können. Durchaus eine Möglichkeit, hier sind die Gläubigen sozusagen ohnehin gerade in Bewegung. Doch sehe ich hier ja tumultartige Zustände vor meinem geistigen Auge und wie der Weg zur Kommunion so zur Gelegenheit des Händeschüttelns und Small Talks verkommt.

Als passenden Augenblick erachte ich das Ende der Messe: 
Vor dem üblichen "Gehet hin in Frieden!" (bzw. dem für mich am Sonntag erstmals gehörten "Gehet hin und bringt den Frieden!"). So würde es nicht stören, ja würde geradezu im rechten Moment das Gemeinschaftsgefühl der Gemeinde stärken und könnte zu einem dramaturgisch passenden Spannungsbogen beitragen.

Ein nichtprofaner Friedenswunsch und -gruß!

Ich hoffe, du trägst Frieden in dir und bringst ihn deinen Mitmenschen, egal, ob du virenverseuchte Hände in der Messe schüttelst oder nicht.

Montag, 22. Oktober 2018

Kirche und Politik – Menetekel der Beliebigkeit

Die Frage, wie politisch die Kirche bzw. "Kirche" sein soll, ist zumindest so alt wie das Neue Testament. Für das Judentum war die Vermischung von Glaube und politischer Macht weitgehend denklogisch. Wenig überraschend, dass man sich den Messias als politischen Befreier erwartet hat. Doch dann kam Jesus  auf einem Esel anstatt auf dem Pferd eines Kriegers, der die Fragen nach dem politischen Aufstand ganz klar beantwortete ("Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ..."). Zu keiner Zeit zeigte sich beim Heiland der Wunsch nach politischer Gestaltung ("Mein Reich ist nicht von dieser Welt!"). Und das vom Anfang seines Weges an, als Satan ihn mit genau dieser politischen Macht verführen wollte. 

Doch wo beginnt Politik? Dass sich die Christenheit für soziale Belange einsetzt, ist seit ihrer Frühzeit Usus, wo die Gemeinde selbst auf ihre diesbezüglich Benachteiligten geachtet hat. Dass sich die Kirche, ohne nach Macht zu streben, auch dort einsetzt, wo es um Konsequenzen des Glaubens geht, sollte selbstverständlich sein. Wo es nicht um bloße Amtsbesetzung geht, wo es darum geht, antichristliche bzw. unchristliche Maßnahmen zu kritisieren, da sollte der geweihte wie der ungeweihte Christ seine Meinung kundtun, ja, auch die Kirche Stellung beziehen. Wir möchten keinen Kardinal mehr in einem Ministeramt, doch eine kirchliche Vertretung, die nicht zuletzt die Interessen ihres gläubigen Volkes vertritt.

Das Cicero-Cover bringt es auf den Punkt bzw.
auf die Raute.
Die Kirche sagt aber schon lange nichts mehr gegen die Abtreibung, lässt es sogar zu, dass Abtreibungsgegner verunglimpft werden. Sie sagt auch nichts mehr gegen die Homosexualität oder die Öffnung der Ehe für Schwule. Man könnte denken, die Kirche hat die Trennung vom Staat eben vollzogen und hüllt sich in Schweigen.

"Der Standard" berichtet von den Kälbern
und deren Schlächtern.


Doch halt! Es gibt Themen, da tritt die Kirche (die katholische, die evangelische ...) sehr wohl ins Rampenlicht. Wir erlebten das nicht zuletzt in den vergangenen Jahren im Zuge der Asylschwemme. Und so hat sich der Ökumenische Rat erneut und dezidiert für den Fall Europas ausgesprochen. Eine "Festung Europa" soll es nicht geben, krakelte man nun vor den Wahlen zum Europäischen Parlament, um seine Schäfchen offenbar in ihrer politischen Wahl zu beeinflussen.

Hier sind Kleriker wie Laien aufgerufen, Stellung zu beziehen! Ist es im Sinne der Christenheit, Europa aufzugeben? Wenn du denkst, das (einst christliche) Abendland hat auch in der Zukunft seine Berechtigung zur Existenz, wie ist dann deine Haltung in dieser Frage?

Samstag, 13. Oktober 2018

Aufruf an den Leser, der am 11. 10. einen Dreifalt-Beitrag auf Facebook teilte

Würdest du (ich erlaube mir das vertraute Du) dich bei mir über eine der Kontaktmöglichkeiten bitte melden?

Du hast am 11. Oktober diesen Beitrag zu Sigi Maurer bzw. zu den Grünen auf Facebook geteilt.

Es geht um nichts Schlimmes! ;-)

E-Mail: dreifalt@gmx.at
oder via Kontaktformular

Wenn der Abfall abfällt – von (Kardinal) Marx bis Schönborn

Ein bislang ungläubiger Österreicher, politisch nicht gerade konservativ, allerdings tiefgläubig, suchte für sich eine Glaubensgemeinschaft. Auch ich war auf dieser Suche. Und während ich mich für den Weg zurück in die katholische Kirche entschieden habe, wurde er orthodox. Einer der Gründe: der Modernismus der römisch-katholischen Kirche.

Nun, ich verstehe diesen Mann. Nicht zuletzt in diesem Blog sprach ich mich wiederholt gegen den Modernismus aus. Als konservativer (also gläubiger!?) Katholik trifft einen der Verrat von oben (aber nie von ganz oben) mit unschöner Regelmäßigkeit. Alle sind gleich, alles ist eins ... wir können es schon nicht mehr hören. Wir sind uns von staatlicher Seite längst nicht anderes als Verrat an den Eigenen und die Zerstörung aller Festen gewöhnt. Ehe für alle wird umgesetzt. Endlich darf mein Tisch einen meiner Stühle heiraten, die werden es mindestens bis zur hölzernen Hochzeit miteinander aushalten. Selbstverständlich bedeutet Ehe eigentlich, die Keimzelle der (natürlichen) Familie zu sein, sollte Sinnbild und rechtliche wie auch moralische Grundlage der Stabilität einer Beziehung zwischen Mann und Frau sein. Wir wissen natürlich, dass sie in den Wirren des postliberalen Zersetzungszustandes diesbezüglich nur noch selten taugt. Doch soll man sie deswegen entwerten, gar auf den Abfallhaufen werfen? Oder tut man das mit diesem Schritt gar nicht? Ist es vielleicht romantisch und jeder traditionellen Ehe gleichwertig, wenn Herr Maier seinen Mann nach der Trauung küsst? 

Meine eigene Ehe wird hoffentlich noch viele Monde bestehen bleiben (einer ist geschafft), sie bleibt in ihrer Harmonie und in ihrem Strahlen unberührt von jeglichem Versuch, sie für alle(s) und jeden zu öffnen. Ganz bewusst stand für uns die religiöse Zeremonie im Mittelpunkt, der notwendige staatliche Akt war nett gestaltet, aber zweitrangig. Wie viel Gegenwehr gegen die Entwertung der Ehe war von katholischer Seite bislang zu vernehmen? Der Cartellverband (CV) sei lobend erwähnt. Doch die Kirche? Man scheint es sich wieder einmal bequem gemacht zu haben. Besser mit den Mächten dieser Erde schmausen, als als Außenseiter das Wenige teilen zu müssen.

Mit fremdem Geld "Gutes" zu tun, das tut nicht selten auch so manche Regierung gerne. So verwundert es nicht, dass auch Kardinäle auf diese Idee kommen. Kardinal Marx, der immer wieder seinem Namensvetter folgend mit wenig christlichen Aussagen auffällt, spendete 50.000 Euro an die privaten Seenotretter "Lifeline". Ein konservativ katholischer Kommentar betitelte ihn darauf hin wenig schmeichelhaft als "Schlepper". Dass es manchen Christen nicht schnell genug gehen kann, dass Nichtchristen in Europa dank ihrer Quantität an Macht gewinnen, irritiert, ist aber mittlerweile nicht mehr neu.

Der links am Foto ist übrigens Kardinal.

Weiters tut sich Kardinal Schönborn wieder einmal besonders als Verbündeter der Homo-Lobby hervor. Er gehört zu jenen, die offenbar nicht verstehen, was eines der Hauptprobleme der katholischen Kirche ist. Schlimmer: Er gießt noch Benzin ins Feuer. Aus scheinbar guter moralischer Motivation heraus stellt er sich wieder einmal auf die Seite und an die Seite der Schwulen. So steckt er sich natürlich die rote Schleife an sein Sakko, die die Schwulen stolz vor sich hertragen. Seine persönliche Familiengeschichte soll an dieser Stelle nicht erörtert werden, darf für sein Fehlverhalten aber auch keine Entschuldigung sein! Das Schlimmste ist aber: Der Schnappschuss zeigt den Kardinal zwar mit roter Schleifer, aber  hoppla! ohne Kreuz! 


Das Kreuz abzulegen ist vielleicht nur ehrlich.
Bitte dann aber auch die übrigen Konsequenzen
folgen lassen!

Das Kreuz mit dem Kreuz die Kardinäle tragen schwer daran! Auch Marx hat wohl einen Simon von Cyrene gefunden, der es an seiner statt trug, als er auf Besuch in Jerusalem war. Courage sieht anders aus. Aber auch die Verleugnung hat eine lange biblische Tradition. Die Herren sollten allerdings wissen, wie diese zu bewerten ist. Wünschen wir ihnen eine ruhige Bibelstunde mit der dazugehörigen Einsicht!




Allen anderen wünsche ich, dass sie dem alljährlichen proletoiden Halloween-Spuk einigermaßen immun gegenübertreten, der uns nun wieder eingeimpft werden wird. Vielleicht plant Ihr auch lieber einen Friedhofsgang zu Allerheiligen/Allerseelen (evtl. sogar öfter, Stichwort Allerseelenablass).


Sonntag, 30. September 2018

Die Zeiten ändern sich – die SPÖ leider nicht

In nicht unüblicher gespielt salopper Sprache leugnete Christian Kern im ORF, über einen Rücktritt als "Oppositionsführer" nachzudenken, ehe er diesen Schritt wenige Tage später doch vollzog und seine Lügen auch noch rechtfertigte. So weit, so wenig überraschend im politischen Morast.

Seine Nachfolgerin wird Joy Pamela Rendi-Wagner. Sie verkörpert alles, was ein sozialistischer Führer haben soll, oder? Auslandskarriere (in Israel  ob das nach der Tal-Silberstein-Affäre allein geografisch als Konnotation jetzt geschickt ist?), keine Nähe zum Arbeiter, Kinder in einer Privatschule, verkehrt seit Langem nur in höchsten Kreisen, ein Name, der auch in Waldorf-Kreisen Schmunzeln hervorruft. Die Wahl dieser Frau zur Führerin im Kampf um die Rückeroberung des "kleinen Mannes" könnte dem einen oder anderen gestanden Sozialisten Kopfweh bereitet haben. 

Bei Pamela wird man zu Recht schon bald auch in
Österreich wieder nur an sie denken!
Joy Pamela Rendi-Wagner, allein der Name bereitet mir Kopfweh. "Joy" brachte mir dereinst in den pubertären Jahren der 1990er eine andere Pamela, die ich für wesentlich telegener halte, als es Rendi-Wagner in diesen Tagen angedichtet wird.

Der eigentliche Vorname Joy wird allerdings möglichst verschwiegen, das wäre schon zu peinlich. Sollte es wider Erwarten zu einer Kanzlerin Rendi-Wagner kommen: Haben wir dann auch den ersten Kevin in einer Regierung? Mit einem gewissen Nico K. müsste man wohl rechnen.

In der Gretchen-Frage eierte Rendi-Wagner im jüdischen Stadtmagazin WINA herum. Getauft (römisch-katholisch) sei sie erst mit 4 Jahren geworden, aber auch wieder ausgetreten, religiösen Zugang habe sie gar keinen. So auch nicht ihr jüdischer Mann. Man feiere aber die jüdischen Feste und gehe manchmal in die Synagoge. Hm, vielleicht stößt auch Dr. Rendi-Wagner einmal auf Dreifalt. Der Beitrag könnte eine erste Leseempfehlung sein. Insgesamt wird das für eine Wahlempfehlung von christlicher Seite knapp nicht reichen ...

In der Formel 1 würde man davon sprechen, dass
der Fahrer beim Start bereits liegengeblieben ist.

Allzu oft wird sie sich auch keiner Wahl stellen (müssen). Bereits die erste Umfrage ist ernüchternd. Man ist es gewohnt, dass ein derartiger Switch zu einem wenigstens kurzfristigen Hoch führt. Der ergebene "Standard", bekanntlich meine Lieblingszeitung, deutet diesen Tiefschlag kreativ in einen kleinen Sieg um. 


Ich prophezeie ihr, noch vor Sebastian Kurz und HC Strache von der politischen Bühne abtreten zu müssen, ohne jemals in Regierungsverantwortung gekommen zu sein. Aber sie wird natürlich auch danach beruflich weich landen, die Solidarität unter Sozialisten ist bekannt.

Chance verpasst, liebe SPÖ! Anstatt einen nötigen Kurswechsel (damit es zu einem Kurz-Wechsel kommt) in die Wege zu leiten, personell konsequent umzubauen, damit man ein modernes sozialdemokratisches Programm auf die Beine stellen kann, das unsere Zeit brauchen könnte, wird man weiterhin auf linkssozialistischem (rot-grünem) Kurs segeln und ein Schiff nach dem anderen verlieren.

Die SPÖ befindet sich also wohl in ihrem Herbst, das tut auch das ganze Land, mittlerweile auch kalendarisch. Die Zeit der Weinlese haben wir gestern jedenfalls mit einem Gläschen Roten sowie einem ersten Maroni-Abend willkommen geheißen.

Sonntag, 2. September 2018

Wie uns vermeintliche Wissenschaft von Gott lösen will – kleine Aufklärung für Aufgeklärte

Dass die (Medien-)Welt eine Bühne ist und zwar überwiegend zur Darstellung und unter Anbetung von Götzen dürfte allen mit offenen Augen mehr oder wenig bewusst sein. Ob Politiker, Fernsehstar, Popsternchen oder Wissenschaftler (!), wer nicht auf Linie ist, hat es schwer bzw. wird nicht gehypt. 

Nicht immer glücklich dreinschauend, aber:
Vertrag ist Vertrag!
Die Finger verraten den wenig belichteten Physiker
als Diener des Lichtgötzen.

Die Wissenschaft bzw. das, was sie so nennen, hat eine Welt – und darüber hinaus ein Universum  erschaffen  deren Beschaffenheit und Gesetze propagiert  und verfochten werden wie man es gerne den Religionen unterstellt und hier besonders dem Christentum in seiner Geschichte. Die Gegner werden heute nicht mehr auf den Scheiterhaufen gebracht, aber verächtlich gemacht und mitunter um ihre Existenz gebracht. 

Im Kern geht es ihnen darum, die Welt ohne Gott zu erklären, die Welt und den Menschen klein zu machen und den Menschen vom wirklich Wichtigen abzulenken. Im Schul-/Universitätsbetrieb hat sich das durchgesetzt,;die Religionsstunde dient nur noch dazu, dass die lieben Kleinen ein wenig zur Gitarre trällern. 

Was wird uns erzählt?

  • Die Welt funktioniert ohne Gott, entstand ohne dessen zu tun. 
  • Aber: Nicht ohne Grund steht auf der Startseite von Dreifalt das antike Prinzip: Ex nihilo nihil fit! Aus dem Nichts entsteht nichts! Der Urgrund von allem, von aller Bewegung kann nur der unbewegte Beweger sein.
  • Die Welt ist klein.
  • Sie zeigen uns die Erde gerne auf (stets unechten!) Bildern aus dem (angeblichen) Weltall. Klein sei sie in diesen unendlichen Weiten (und meinen damit unbedeutend). Das wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass die Erde alles ist, worauf wir uns bewegen, sie ist alles, worauf wir bauen können, das sagt nichts über die Größe an sich, weil diese gegebenüber nichts relativiert werden kann. Sie ist, wie sie ist, und das war bislang mehr als ausreichend.
  • Die Welt ist in Gefahr (Klima, Umweltverschmutzung), sagen sie und erzählen immer wieder von neuen Gefahrenquellen. 
  • Die Welt (als das, was in ihr zählt) ist gerettet, und das seit nunmehr 2.000 Jahren dank Jesus. Dass wir mit der Schöpfung anders umgehen sollten, als wir es tun, ist wahr. Die bloße Materie zu retten wird aber unsere Seelen nicht retten. Das ist Schattenboxen.
  • Der Mensch ist klein und nur ein Tier.
  • Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, das in Zweifel zu ziehen, muss armen Gehirnen entspringen, die sich selbst offenbar unterschätzen. Die Schönheit, die wir erkennen/anstreben/erschaffen können, die Erkenntnis von Gut und Böse, das Mitgefühl, die tiefe Gottesfurcht und - Suche, zu der wir fähig sind, all das weist mehr als deutlich darauf hin, dass wir zu Großem bereit sind. Das zu bestreiten ist plumper Biologismus.

Um uns all das in unser Gehirn zu bringen, beschallen sie uns von allen Seiten mit zugegeben oft talentierten und unterhaltsamen Programmen. Gerne setzen sie dafür Personen ein, die auf eine gewisse Zielgruppe angesetzt werden. Ich stieß heute zufällig auf den seit Jahren hofierten, von mir seit ehedem gemiedenen Werner Gruber, Physiker, der in puncto Optik über lange Zeit massiv an Hermes Phettberg erinnert hat, was vermutlich in seiner Auswahl nicht ganz unbeabsichtigt war. 

Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir,
wer du bist!
Mittlerweile jeweils ehemals:
Bürgermeister Häupl (SPÖ), Kanzler Faynmann (SPÖ)
in brüderlicher Eintracht mit Gruber.
Er gilt als der joviale und doch geniale, in Wahrheit aber zumeist banale Allesversteher und Alleserklärer, den man Herrn und Frau Mustermann vorsetzte (ORF, Kronenzeitung ... also überall dort, wo man alles findet, außer die Wahrheit). Von Anfang an vermied er es nicht, sich auch politisch zu äußern, die Verquickung von Wissenschaft, Entertainment und Politik ist so präsent wie unheilvoll zugleich. Seine linke Schlagseite offenbarte sich doppelsinnig, als er einer protestierenden Dame recht klar drohend entgegenwalzte und von anderen Personen aufgehalten werden musste, um seine Aggressionen in Zaum zu halten. Wie kann sich auch jemand erlauben, gegen die SPÖ zu demonstrieren. Niemand ist loyaler als jemand, den man für gutes Geld engagiert hat!

Und engagiert hat man ihn sich. Nicht immer wirkt er ganz glücklich darüber, aber: Vertrag ist Vertrag. Mit wem er den Vertrag geschlossen hat, ist dem vermeintlichen Freimaurer auch nicht unbekannt, eine Bildrecherche zeigt ihn dauerhaft mit dem sattsam bekannten Teufelsgruß. So auch im oben gezeigten Screenshot aus der Diskussion über Glaube und Wissenschaft auf eswerdelicht.tv (die Namen kann man sich wirklich nicht besser Aussuchen, ein Heil Luzifer! wäre aber schon zu aufdringlich). In dieser Sendung entblödet sich der Aufklärer (was hat uns die Aufklärung da alles dahergebracht ...) nicht, Jesu Tod am Kreuz auf dessen Aussage zurückzuführen, wir müssten uns alle liebhaben. Nein, du Unwissender! Hättest du dich nicht vom Religionsunterricht abgemeldet, dann ... aber, da ist mehr als Hopfen und Malz verloren.
Ein Meisterwerk freimaurerischen Bildsettings!
Wie viele Signale erkennst du?

Oder doch nicht? Gruber meldete immerhin Zweifel am menschlichen Anteil am Klimawandel an, er leugnete diese angebliche Tatsache. Lieber Herr Gruber, sollten sie in ihrer Eitelkeit sich selbst googlen und einmal auf diesem Blog landen: Vielleicht melden Sie sich, gerne kläre ich das eine oder andere mit Ihnen, und es sei Ihnen versichert, dass niemand verloren ist, bis er es doch ist .... 

Der Beitrag ist kein Angriff auf den Mann an sich (er brauchte halt wohl das Geld), dafür ist er zu unwichtig und auch nur eine von vielen Marionetten, sondern ein dem Publikum bekanntes Beispiel dafür, wie das Spiel gespielt wird. 

Also, wer nichts weiß, muss alles glauben, so der wiederkehrende Satz von Grubers Science Busters; in diesem Sinne: Ich glaube euch nichts, weil ich etwas weiß.

Samstag, 1. September 2018

Papst Franziskus – nur ein Papst seiner Zeit

Dass der Papst, der heute wieder einmal auch zur Flüchtlingsfrage merkwürdige Ansichten und Gebetsanliegen teilte, theologisch gelegentlich ins Wanken kommt, ist nichts Neues. Wer sei er, Homosexuelle zu verurteilen, klar Stellung zur wahren Religion zu beziehen etc. Gut, das sind Zeichen unserer Zeit. Der Relativismus hat sich breitgemacht, klare Aussagen sind verpönt, erst recht wenn sie von christlicher Seite kommen. Das ist in Ordnung, solange man weiß, dass dieser Kampf seit Ewigkeiten dauert und nun auf die Spitze getrieben wird. Die oberste Geistlichkeit ist aber eingebrochen.
Wir Katholiken treiben anscheinend auf einem führungslosen Schiff.

So ist es folgerichtig, dass der Papst auch ungläubige Verstorbene nicht nur bei Gott vermutet, sondern sie dort für ihn denklogisch sieht. Das Video zeigt einen Buben, dessen ungläubiger Vater verstorben ist. Er sorgt sich, wo dieser nun gelandet sei und fragt den Papst danach  – rührend, vielleicht auch gut in Szene gesetzt. 



Der Papst stellt die rhetorische Frage, wo ein Vater, der immerhin seine Kinder taufen ließ und für sie sorgte, wohl landen würde, wenn nicht im Himmel – Unglaube hin oder her. Per aufgeforderter Akklamation durch die Anwesenden wird vom Oberhaupt der katholischen Kirche festgestellt: Ein Mensch, der Gott für sich offenbar bewusst abgelehnt hat, kommt in den Himmel.

Eine ans Herz gehende Vorstellung, doch theologisch nicht haltbar. Wir wollen alttestamentarische Zeugnisse (die für den Papst natürlich zu gelten haben) außen vor lassen und uns auf die Worte des Herrn Jesus Christus verlassen, der wiederholt vor dem Unglauben warnt und in Mk 16,16 klar belegt aussagt: 

Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

Einem Kind wird man so etwas nicht ins Gesicht sagen. Doch seine ganze Herde anzulügen und sie damit der Gefahr auszusetzen, das tut kein guter Hirte.  
Wir entscheiden nicht über die Gebote, wir entscheiden nicht über Rettung und Verdammnis. Letztendlich ist jeder von uns auf absolute Gnade angewiesen. Doch warnt einander und lasst keinen über die Klippe stürzen, Menschlichkeitsgedudel hin oder her: 

Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar (und sie macht frei!, Joh 8,82).


Freitag, 31. August 2018

Plappert nicht wie die Heiden!

Matthaeus 66Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich. 7Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen.8Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.…

So ermahnt uns Jesus, und wir tun selbstverständlich gut daran, uns dies zu Herzen zu nehmen. Doch der Streit über das "richtige" Beten besteht, seit gebetet wird. Die Grundsatzfrage lautet: Wessen Gebet ist mehr wert, jenes des beständigen (Viel-)Beters oder jenes des tief in sich/in Gott versunkenen Mystikers? 

Und selbst wenn Jesu Worte klar und nachvollziehbar sind, gibt es für beide Richtungen Vor- und Nachteile zu benennen, die man subjektiv unterschiedlich gewichten mag. Das schnell hingeworfene Vaterunser in aller Eile vor dem Einschlafen mag dem einen wie ein Frevel wirken, der andere sagt aber, es ist besser als nichts. Und dieses Nichts droht ein wenig, wenn wir uns auf jene Momente des Gebets beschränken, in denen wir vollständig in uns kehren können, in denen wir bereit sind, eine tiefgehende und womöglich zeitlich ausschweifende Bitte gepaart mit einem Dank an den Vater zu richten. Heute habe ich zu wenig Zeit, morgen fehlen Stimmung und Atmosphäre, übermorgen liegt gerade kein direkter Anlass zum Beten vor. Zugegeben, die Intervalle laufen Gefahr, sich zu verlängern.

Der Coolnessfaktor liegt ohne Frage hoch.
Klar, es sind Christen.
Die Vielbeter  – das sind oftmals auch die Murmler, bei denen man schon weiß, sie beten auswendig, ohne mitzudenken  – finden nicht nur, aber auch in der katholischen Kirche Betmöglichkeiten und Varianten en masse. Bereit als Kind stach mir der Rosenkranz ins Auge  ich empfand das monotone Plappern, dieses Geleiere als Frevel. Doch verstehe ich, dass viele den meditativen Aspekt des Rosenkranzes als religiös inspirativ empfinden.

Grundsätzlich scheint es eine Zweiteilung zu geben, die sich in etwa mit altkonservativen (nichtkonservative Christen/Katholiken besuchen ja lieber Seminare etc. als zu beten) und neukonservativen/radikalen Christen deckt. Die altkonservativen beten, wie man eben immer gebetet hat. Die neukonservativen, zumeist jüngeren versuchen, eine intensivere Erfahrung, nicht selten auf gefühlsbetontem Wege zu finden. 

Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes
geladen sind!
Eine Einladung, die man nicht ausschlagen darf!
Jemand, der diesen Weg  mit mittlerweile zahlreichen Anhängern beschreitet, ist Dr. Johannes Hartl, obwohl er persönlich als Vielbeter beiden Seiten zuzurechnen ist (23 Stunden/Tag). Doch er ist hier ein Grenzgänger, der von altkonservativen Christen skeptisch beäugt wird: Erhobene Hände beim Beten, charismatische Anklänge und ein Liedgut, das Emotionen im Religösen weckt, rufen Skeptiker auf den Plan. Sein Zugang zum Glauben fußt zu einem guten Teil auf dem Gefühl (musikalisch besonders gut darstellbar), was sich in der Sprache ausdrückt: z. B. sein sogenanntes Verliebtsein in Jesus gefällt nicht jedem, auch wenn Jesus doch der Bräutigam ist, insofern auch nicht gänzlich unpassende Wortwahl. 

Wege wie der moderne Lobpreis in Liedform sollten keinen alternativen Weg darstellen, sondern als Ergänzung dienen. Sie sind eine Möglichkeit, deine Gottesnähe auch in den Alltag zu integrieren. Nicht wenige dieser Lieder, egal ob auf Deutsch oder auch Englisch, sind theologisch sattelfest und interessant, und sie berühren dort, wo sich alles abspielt, was uns zu Kindern (Gottes) macht: im Herzen.


Dreifalt traut sich!


Wir sollen nicht plappern, doch unsere Zeit oft genug an den verschwenden (Wortwahl aus einem Hartl-Lied), der dafür sorgen wird, dass Zeit irgendwann für uns keine Rolle mehr spielen wird.


Am letzten Tag des meteorologischen Sommers wünsche ich dir, im Herbst öfter Kind sein zu können, einzutauchen in ein Vertrauen und in eine Verliebtheit, wie sie mit den Jahren bei vielen weniger werden. 

Und irgendwann  – wenn du es noch nicht warst  Braut oder Bräutigam zu sein. 

Ich gehe im September mit gutem Beispiel voran ...



Montag, 27. August 2018

In teuflische Klauen – der Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche

Selbstverständlich macht er das nicht klar,
er traut sich Untenstehendes eben nicht auszusprechen.
Reißerisch ist er, der Titel dieses Postings. Daran bist du sicher aktuell bzw. seit Längerem gewöhnt, wenn es um das Thema Kindesmissbrauch in der römisch-katholischen Kirche geht. Kirche böse, Religion böse  die Urteile stehen fest und sind so einfach Selbst der Papst, der seit meinem Wiedereintritt vor wenigen Wochen nach 2 Dekaden Absenz in die katholische Kirche sozusagen auch meiner ist, kommt dabei medial ins Schwimmen (siehe zahlreiche Berichte wie auch kurz im Screenshot rechts).

Wie sie alle die Schuld auf sich nehmen, sich entschuldigen - bei den Opfern, deren Angehören und bei Gott - und doch nichts Substanzielles am Problem ändern werden, solange man nicht den Kern angeht. Und das Böse zu benennen ist zumeist die halbe Miete: Wir kennen es aus Märchen ("Rumpelstilzchen") so gut wie aus der Theologie (jeder Exorzist ist als Erstes bemüht, den Namen des Dämons in Erfahrung zu bringen). Was liegt näher, als diese Vorgangsweise einer allgemeinen Problemlösungsstrategie hinzuzufügen?

Das Problem wird im Kern nicht genannt, weil es politisch unkorrekt ist und weil es vielen Geistlichen mittlerweile aus privaten Gründen, vielfach oft auch theologisch, unbequem ist: Es ist die Homosexualität! (Wer jetzt gar heftig erschrak, trinke einige Schlückchen Wasser!)

Die Homosexualität machte sich in den Priesterseminaren breit, wie mir ein Pfarrer ganz offen gesagt hat, es wimmelt dort vor Schwulen. Geistliche bis in die hohen Ränge können sich nicht mehr dazu durchringen, die Homosexualität als Sünde zu benennen (bevor jemand hyperventiliert, ganz im Sinne eines "Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde!"). Kein Wunder, wenn es mitunter auch familiär bedingt schwer fällt, die eigenen Standpunkte zu vertreten, wenn es etwa Kardinal Schönborn löblich findet, dass sich jene homosexuellen Männer, mit denen er diniert, ja eh treu und gerade Vorbilder seien.

Der Missbrauch trifft Knaben, und zwar in 4 von 5 Fällen (Quelle und Analyse)! Kurz scharfsinnig nachgedacht: Wird sich eher ein homo- oder ein heterosexueller Mann an einem Buben vergehen? Und: Sind Homosexuelle eventuell grundsätzlich eher an jungem Fleisch interessiert? Mit Würgereiz vernahmen viele die entsprechenden Anspielungen etwa eines Hermes Phettberg, wenn er sich am  Gerede über Buben erregte.Hofiert von Medien und anderen wenig instinktsicheren Institutionen ließ man ihn und andere gewähren. Müssten nicht auch viele andere, nämlich außerhalb der katholischen Kirche ein lautes Mea Culpa! ausrufen?

Das Problem der schwulen Priester ist ein umfassendes, es spitzt sich aber im Missbrauch exorbitant zu. Wir können versuchen, diese schwarzen Schafe zu suchen, auszusondern, aber das wird niemals halbwegs aufhören, wenn man nicht den Zugang zur Herde unterbindet. 
Und damit endlich die wahren Schäfchen schützt!